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Das Elfenbeinzimmer- Laila El Omari

Janas Leben ist gerade alles andere als einfach. Gerade ist ihre Mutter gestorben, sie will es sich zur Aufgabe machen, den Stoffhandel der Familie weiter zu führen und gleichzeitig hat sie nun auch die Vormundschaft für ihre sechzehnjährige Schwester Marla.

Und dann ist da auch noch Joaquín, den sie an der Uni kennen und lieben gelernt und früh geheiratet hat. Eigentlich hatten die beiden gerade eine Trennung auf Zeit vereinbart und Joaquín ist in seine Heimatstadt Ceuta, der spanischen Exklave auf afrikanischem Boden, zurückgekehrt. Doch nach dem Tod ihrer Mutter hält Jana nichts mehr in Deutschland und sie beschließt, mit ihrer Schwester Marla in den alten Familiensitz Joaquíns zu ziehen und sich dort ein neues Leben aufzubauen.

Das alte Haus fasziniert die beiden jungen Frauen, denn es ist mit Berbermalereien, Spiegeln und Schnitzereien reich verziert. Es gibt unzählige Korridore, Wendeltreppen und Säulengänge und anfangs fällt es ihnen gar nicht leicht, sich nicht zu verlaufen.

Doch nach und nach begeben sie sich auf Entdeckungstour. Unterstützt von Joaquín und dessen Vater Alejandro tauchen sie ein in das Anwesen und entdecken schließlich auch das geheimnisvolle Elfenbeinzimmer. Doch was hat es damit auf sich? Wieso verstummen die beiden Männer bei jeder Frage nach der Vergangenheit? Wieso sind die beiden so schlecht aufeinander zu sprechen? Und wohin führt die stets abgeschlossene Tür im Elfenbeinzimmer?

In Laila El Omaris Roman verwebt sich die Gegenwart mit zwei Generationen der Vergangenheit. Das ist gut gelungen, denn es erzeugt Spannung und lässt langsam eine grausige Ahnung zu, was in dem spanisch-marokkanischen Familiensitz geschehen ist. Zusammen mit Jana und Marla kann man sich der Faszination aus orientalischer Pracht und düsterem Geheimnis nicht entziehen. Trotzdem ist das Buch überhaupt nicht schwer oder bedrückend, ist es doch immer wieder mit sehr alltäglichen Sequenzen wie Marlas Teenagerleben oder Janas und Joaquíns langsamer Wiederannäherung bestückt. Charaktere wie die stets gut gelaunte Tante Isabel bringen zusätzlich Frische und Leichtigkeit in die Geschichte.

Ein spannendes Buch, das in eine andere Welt entführt und sehr gut unterhält.

Elfenbeinzimmer

Laila El Omari, Das Elfenbeinzimmer, Piper 2015.

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